Insekten des Jahres 2018

Insekt des Jahres - Gemeine Skorpionsfliege

Zum Insekt des Jahres ist 2018 gezielt eine noch häufige Art gewählt worden. Denn trotz ihrer Häufigkeit wird sie kaum wahrgenommen so wie das Insektensterben selbst. Die Gemeine Skorpionsfliege ist nicht gefährdet, allerdings muss auch sie Lebensraumverluste hinnehmen, hinzu kommen Insektenvernichtungsmittel wie Glyphosat. Sie ist häufig in Mitteleuropa und doch wenig bekannt. Man kann sie in Gebüschgruppen an Wald- und Wegrändern, auf Wiesen und in Brennnesseln finden. Sie bevorzugt dunkle und feuchte Lebensräume.

Namensgebend für die Gemeine Skorpionsfliege ist das Kopulationsorgan der Männchen. Charakteristisch sind zudem auch der stark nach vorn verlängerte Kopf und die dunklen Flügelzeichnungen. Ihre Nahrung ist sehr vielseitig, sie frisst Obst, tote Wirbellose, Kot, Nektar. Sie gilt als Kleptoparasit, d.h. sie frisst Beutereste aus Spinnennetzen. Unerforscht ist dabei, warum die Spinne den Eindringling gewähren lässt. Die Gemeine Skorpionsfliege balzt mit winkenden Flügeln, das Männchen übergibt dabei ein Hochzeitsgeschenk, eine proteinreiche Gabe aus den Speicheldrüsen. Je fitter das Männchen, desto mehr Hochzeitsgeschenke kann es übergeben und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er seine Gene weitergeben kann. Kann das Männchen allerdings nur ein Geschenk übergeben, wird es vom Weibchen schnell wieder abgeschüttelt.

 

 

Schmetterling des Jahres - Großer Fuchs

Foto: U. Rudolph
Foto: U. Rudolph

Auch der Schmetterling des Jahres 2018 ist durch Biozide u.a. in Thüringen stark gefährdet. Mit der Wahl soll auf die schlechte Überlebensprognose der Art aufmerksam gemacht werden, denn das Bundesamt für Naturschutz schätzt die Bestandsentwicklung als sehr stark rückläufig ein. Zu den Bioziden kommen noch Lebensraumverluste durch Land- und Forstwirtschaft sowie durch den Straßen- und Siedlungsbau. Außerdem ist die Art durch die Entfernung von Salweiden gefährdet, da die Weidenkätzchen erste Nahrungsquelle der überwinternden Raupen und damit dringend benötigtes Futter im Frühjahr sind. Der Große Fuchs ist ein Bioindikator für Flussauen mit Weiden und Pappeln und für intakte Streuobstbestände. Er hat eine Flügelspannweite von über 5 cm und ist damit nur unwesentlich größer als der Kleine Fuchs, der diesem sehr ähnlich aber nicht verwandt ist. Der Falter ernährt sich von Nektar, Exkrementen und Aas.

Libelle des Jahres - Zwerglibelle

Die Libelle des Jahres 2018 ist mit nur 2,5 cm Flügelspannweite die kleinste Libelle Europas und gilt in weiten Teilen als vom Aussterben bedroht. In Thüringen gibt es keine Vorkommen. Die Zwerglibelle besiedelt flache Seggensümpfe sowie Moore und gilt als Indikator für intakte Sumpf- und Moorlebensräume. Sie ist in ihren Vorkommen stark an diese durch Entwässerung, Düngung und Umnutzung gefährdeten Lebensräume gebunden. Die Männchen schimmern blau-metallisch grün, die Weibchen sind schlicht grün, blau oder orange. Sie fliegen zwischen Mai und September.

Biene des Jahres - Gelbbindige Furchenbiene

Die Wildbiene des Jahres 2018 konnte erstmals 2002 in Thüringen nachgewiesen werden und ist heute in fast jedem Garten zu finden, sofern er giftfrei ist und viele Blüten bietet. Sie ist ein Indikator für den Klimawandel, denn bis etwa 1990 konnte man sie nur in Süddeutschland finden. Die Gelbbindige Furchenbiene ist so groß wie die Honigbiene. Markant sind ihre leuchtend gelben Haare auf dem Hinterleib.

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Bienenarten lebt die Gelbbindige Furchenbiene nicht solitär, zumindest zeitweise kommt es zur Arbeitsteilung. Denn die Weibchen schließen sich im Frühjahr zu Gemeinschaften zusammen. Das größte Weibchen wird zur Königin, die anderen tragen Nektar und Pollen ein. Solange die anderen auf Nahrungssuche sind, verteidigt die Königin das Nest. Sie vertreibt die anderen Weibchen kurz bevor der Nachwuchs schlüpft. Die Wildbiene des Jahres benötigt wie so viele Bienen ein blütenreiches Offenland und leidet entsprechend unter dem Verlust des Grünlandes. Wiesen, Wege und Straßenränder werden zudem viel zu oft gemäht.